Gottfried Silbermann Museum in Frauenstein im Erzgebirge

Silbermann Museum im Schloß Frauenstein

Als Museumsleiterin Gisela Müller 1991 die Leitung des Gottfried-Silbermann-Museums in Frauenstein im Erzgebirge übernehmen durfte, ahnte sie nicht, dass sie dort einen der größten Höhepunkte in Ihrer Museumslaufbahn erleben durfte, nämlich die Heimkehr einer Silbermann-Orgel.
Mit den Variationen von Pachelbel über den Choral „Was Gott tut, dass ist wohlgetan“, wurde die Kopie einer Silbermann-Orgel am 30. Oktober 1994 im Gottfried-Silbermann-Museum eingeweiht. Das war für die Heimatstadt des sächsischen Orgelbaumeisters ein Grund zur Dankbarkeit und Freude.

Gottfried Silbermann Museum

Der verdiente Silbermann-Forscher und Gründer des Museums Werner Müller († 1999) erinnerte sich an diesem Tag an die Anfänge des Frauensteiner Museums. Es begann mit einer Silbermann-Ecke, die aus vier Bildern bestand. Zum 300. Geburtstag Gottfried Silbermanns, am 14. Januar 1983, konnte in Frauenstein eine museale Gedenkstätte für den Orgelbauer der Öffentlichkeit übergeben werden. Allerdings fehlte dem Museum nur eines: Eine komplette Orgel! Kaum jemand hatte geahnt, dass sich durch eine besondere Fügung eine spielbare Orgel in Form einer Kopie für das Frauensteiner Museum nachbauen ließe. Es gibt auch heute noch Wunder! 1994 wurde dem Silbermann-Museum im wahrsten Sinne des Wortes eine „Krone“ aufgesetzt. Der junge Dresdner Orgelbaumeister Kristian Wegscheider wurde beauftragt, eine Kopie der Bremer Orgel für die Heimatstadt des sächsischen Orgelbauers Gottfried Silbermann zu schaffen. Als sie zur Weihe am 30. Oktober 1994 erklang, mussten viele Fachleute anerkennen, dass es meisterhaft gelungen war. Es gab nach der Orgelweihe viele Gästebucheintragungen, u. a. schrieb der seiner Zeit amtierende Präsident der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft Hans Otto († 1996): „Dass es eine Silbermann-Kopie ist, habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Möge durch sie für Frauenstein und das Museum eine neue Ära beginnen, die dem Museum dem ihm gebührenden Platz einräumt“.

Silbermann Museum

Heute kann das Museum stolz sagen, dass sich diese Prognose erfüllt hat. Man kann es immer nur beglückwünschen, dass es gelang, Gottfried Silbermann „heimzuholen“ und der klingende Geist des Genius loci in Frauenstein zurückgekehrt ist. Die Anwesenden waren damals alle froh gestimmt und die zahlreichen Musikliebhaber und Kulturfreunde in all den Jahren ebenfalls.